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Druckdatum: 17. Oktober 2017 - 04:03 Uhr
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18.07.2017

Einzigartiges Zusammenleben im Sozialraum: Werkssiedlungen im Ruhrgebiet

Studierende des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums im Projekt Glückauf Zukunft unterwegs auf den Spuren des Bergbaus

Berliner „Kiez“ oder Kölner „Veddel“? Ohne Geschichte und Charakter! Die ersten Werkssiedlungen im Pott haben eine unvergleichliche neue Form des Sozialraums geschaffen, die Arbeit und Leben eng miteinander verknüpft haben. Mit rund 30 Studierenden und Lehrkräften des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums, dem Weiterbildungskolleg des Bistums Essens, ging es am 13. Juli auf eine vielfältige Reise durch die Geschichte und Gegenwart von Arbeiter- und Werkssiedlungen im Ruhrgebiet. Maic Schulte, Bergmann a.D., Fotographiekünstler und Macher der aktuellen, einzigartigen Fotoausstellung „Herz des Reviers“ in der Wolfsburg, brachte seine spannende Doppelperspektive als gelernter Bergmann und Kreativer ein. Anhand faszinierender Fotographien zahlreicher Siedlungen und ihrer Wohnungen veranschaulichte er eindrucksvoll die besondere Weise des Zusammenlebens im Ruhrgebiet. Zusammen mit Thomas Machoczek, Pressesprecher des Gasometers in Oberhausen, freier Journalist und Buchautor („Weites Revier: 12 Wanderungen durch das Ruhrgebiet“), bildete er ein kongeniales Duo. Auf dem Weg durch die älteste Arbeitersiedlung Oberhausen-Eisenheim und die nahegelegene Siedlung Grafenbusch, errichtet für die leitenden Angestellten der Gutehoffnungshütte, zeigte sich Machoczek eindrucksvoll als einzigartiger Kenner des Werkssiedlungsbaus im Ruhrgebiet.   

„Die Werksiedlungen im Ruhrgebiet sind faszinierende und vielfältige Biotope des Zusammenlebens. Die Erforschung der Siedlungen verweist nicht nur auf die Ideen hinter ihrer Errichtung. Die Veranstaltung veranschaulichte worauf wir im Ruhrgebiet aufbauen und was wir von diesen einzigartigen Sozialräumen lernen können: Eine funktionierende soziale Infrastruktur dient der Würde des einzelnen Menschen“ betonte Tagungsleiter Martin Schröder, Referent für das Projekt „Glückauf Zukunft! Aus Herkunft Zukunft leben“ in der Wolfsburg.

Kommende Tagungen im Projekt "Glückauf Zukunft"

Um die integrative und kulturelle Kraft und Bedeutung des Bergbaus wird es auch am 23. und 24. September gehen im Seminar „Homo Instrumentalis. Der Mensch und die Maschine“ anlässlich der Ruhrtriennale sowie in der Lesung zum Buch „Marschmusik“ von Martin Becker am 28. September in Kooperation mit dem Medienforum des Bistums Essens. (Sr)

Fotos: Maic Schulte / Sandra Weissenfels

Fotos: Maic Schulte / Sandra Weissenfels