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17.10.2017

Industrialisierung und Zusammenleben im Sozialraum Ruhrgebiet

Einzigartige Lern- und Heimaterfahrungen im Projekt „Glückauf Zukunft – Aus Herkunft Zukunft leben“

Welche Auswirkungen hat eigentlich der Strukturwandel im Ruhrgebiet und wie wird mit ihm vor Ort umgegangen? Welche Rolle kommt dem Steinkohlenbergbau dabei zu?

Diesen Fragen gingen Studierende des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums am 7. und 8. Oktober in der Katholischen Akademie Die Wolfsburg auf vielfältige Weise nach. Nach einer Einführung in die Bedeutung des deutschen Steinkohlenbergbaus durch Projektreferent Martin Schröder befassten sich die Studierenden der beiden Lehrer Hendrik Stürznickel und Mathias Leibold mit verschiedenen Teilaspekten von Industrialisierung und Strukturwandel im Ruhrgebiet aus historischer wie zeitgenössischer Perspektive. In faszinierenden Gesprächen mit Fachexperten und Ruhrgebiets­originalen sowie einer Exkursion in den Landschaftspark Duisburg ergaben sich vielschichtige Einblicke in die vom Bergbau geprägte Lebens- und Arbeitswelt Ruhrgebiet.

Paul Hendricksen, Wissenschaftler am Institut für Stadtteilentwicklung, Sozialraumorientierte Arbeit und Beratung (ISSAB) der Universität Duisburg-Essen und Sozialarbeiter im Essener Norden brachte aus seiner spannenden Doppelperspektive eindrucksvolle Einblicke in die konkrete Arbeit des Instituts, um das Ruhrgebiet in seinen vom Bergbau geprägten Sozialräumen noch zukunftsfester zu machen. Fotographiekünstler Maic Schulte, Bergmann a.D., stellte einige Aufnahmen seiner im September beendeten Fotoausstellung „Herz des Reviers“ in der Wolfsburg vor und gab anhand verschiedener Bilder einen fachlich wie künstlerisch eindrucksvollen Einblick in den Strukturwandel des Ruhrgebiets. Zusammen mit Theo Steegmann, engagiertes Ruhrpottoriginal und Gewerkschafter ging es zum Abschluss in den Landschaftspark Duisburg und dort auf einen der 70 Meter hohen alten Hochöfen, von denen man aus einen phantastischen Blick über das grüne Ruhrgebiet und die Leuchttürme der Industrie und Dienstleistungsgesellschaft im Ruhrgebiet hatte.

„Von dieser vertieften Behandlung abiturrelevanter Themen konnten nicht nur die Studierenden enorm profitieren. Durch die sehr heterogene Altersstruktur der Gruppe zwischen 20 und 70 Jahren entstand ein gemeinsamer produktiver Generationendialog über das Erbe des Bergbaus und die Zukunftschancen des Reviers“ resümiert Projektreferent Martin Schröder.

 

Kommende Tagungen im Projekt „Glückauf Zukunft! – Aus Herkunft Zukunft leben“

Um die Bedeutung der Wertehaltungen des Bergbaus geht es im Rahmen der Integration in der Einwanderungsgesellschaft Deutschland auch am Mittwoch den 08. November, um 18:30 Uhr in der Veranstaltung „Bereichernde Vielfalt? Aushandlungsprozesse in der Einwanderungsgesellschaft“ in Kooperation mit dem Franz-Hitze-Haus und dem Caritasverband der Diözese Münster.

Haltung, Sprache und Mentalität des Ruhrgebiets stehen ebenso Mittwoch den 06. Dezember, um 18:30 Uhr im Mittelpunkt des Abendforums in der Wolfsburg mit Kabarettistin Gerburg Jahnke, Regisseur Adolf Winkelmann und Dr. Ludger Claßen, dem ehemaligen Leiter des Klartext Verlags. (Sr)