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02.06.2017

Körpergrenzen – Diskurse über Schmerz, Scham und Intimität

Am 18. Mai 2017 startete Die Wolfsburg in Kooperation mit dem Arbeitskreis interreligiöser Dialog im Bistum Essen und dem Institut für islamische Theologie die neue Reihe „Interkulturelle und religionssensible Ethik im Gesundheitswesen – Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis“.

Interkulturelle und religionssensible Ethik im Gesundheitswesen – Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis

Die erste Veranstaltung fand unter dem Titel „Körpergrenzen – Diskurse über Schmerz, Scham und Intimität“ statt. Dr. Judith Wolf, stellvertretende Direktorin der Wolfsburg, Weihbischof Wilhelm Zimmermann, Bischofsvikar für den interreligiösen Dialog im Bistum Essen und Prof. Dr. Bülent Ucar, Leiter des Instituts für islamische Theologie der Universität Osnabrück, betonten in ihren Eingangsstatements die hohe Relevanz des Themas, zumal im Ruhrgebiet eine der dichtesten Landschaften im Gesundheitssystem besteht. Von daher gewinnen interkulturelle und interreligiöse Kompetenzen im Bereich von Medizin und Pflege zunehmend an Bedeutung.

Im ersten Teil der Tagung erkundetendie Theologen Professor Dr. Gregor Etzelmüller und Professor Dr. Armin Prinz aus systematisch-theologischer und ethnomedizinischer Perspektive das Feld. Etzelmüller wies darauf hin, dass aus christlich-biblischer Sicht Krankheit etwas Widergöttliches ist, das den Menschen ohne eigenes Verschulden überwältigt und von daher unbedingt der medizinischen Intervention bedarf. Prinz zeigte auf, dass es aus ethnomedizinischer Sicht viele kulturgebundene Syndrome gibt, die nur in bestimmten geografischen Kontexten vorkommen. Im zweiten Teil warf der Pflegewissenschaftler Nils Fischer einen Blick auf das islamische Recht und die muslimische Praxis hinsichtlich ihres Verhältnisses zum Körper. Dabei wurde deutlich, dass der rechtliche Anspruch und die Alltagspraxis in vielen Feldern, wie z.B. Schönheitsoperation und Schwangerschaftsabbruch, sich diametral entgegenstehen. In der Abschlussdiskussion lag der Fokus auf der Fragestellung des Transfers in die jeweiligen Praxisfelder im Gesundheitsbereich.

Die Vorträge, die von den Referenten auf der Fachtagung gehalten wurden, werden im „Jahrbuch für interkulturelle Ethik im Gesundheitswesen“ im Internet frei zugänglich veröffentlicht (siehe: www.interkulturelle-ethik.de). Weiterhin schließt sich vom 16. bis 17. November 2017 ein Praxisseminar an, in dem die Ergebnisse der Fachtagung für die Praxis aufgearbeitet werden. (Wo)