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01.10.2017

„Marschmusik“ im Medienforum des Bistums Essen

Martin Beckers autobiografischer Roman „Marschmusik“: eine Auseinandersetzung mit der Heimat und dem Erbe des Bergbaus

Nikotin, Alkohol, Marschmusik und ein ruppiger und herzlicher Humor: Der Roman des Autors Martin Becker illustriert das Leben einer proletarischen Bergbau-Familie, deren Geschichte sich schon lange - so scheint es - auserzählt hat. Doch mit dem Eintreten eines alten Freundes seines Vaters beginnt der Protagonist seine Familiengeschichte zu ergründen. Der Bergbau spielt hier, wie für viele Familien im Ruhrgebiet, eine bedeutende identitätsbildende Rolle. Doch was geschieht Ende 2018, wenn es heißt: Schicht am Schacht? Was ist das Erbe des Bergbaus?

Diesen und vielen weiteren interessanten Fragen ging am Abend des 28.09.2017 im Medienforum des Bistums Essen der Autor und Journalist Martin Becker nach. Zusammen mit Vera Steinkamp, Leiterin des Medienforums, sowie Martin Schröder, Projektreferent, und Dr. Matthias Keidel, Leitung des Projektes „Glückauf Zukunft! Aus Herkunft Zukunft leben“ der Katholischen Akademie Die Wolfsburg wurde die Vergangenheit des Ruhrgebiets in Relation zur zukünftigen Bedeutung der Bergbau-Identität gesetzt.

In anregenden Dialogen zusammen mit dem Publikum stand vor allem im Fokus, wie Erzählungen, Mythen und Erinnerungen konserviert, aber auch weitergegeben werden können und müssen. Wie können die Werte und Normen des Ruhrpotts bewahrt und weiter gelebt werden? Für Becker ist es zentral, die eigene Vergangenheit in sich zu tragen und diese Heimat nicht zu vergessen. Mit einer umfassenden Selbstreflexion zu beginnen, bevor man erschreckt feststellen muss, dass es zu spät ist, sei dabei die Aufgabe der jüngeren Generationen im Pott. Heimat bedeutet für Becker hier mehr als einen Ort: „Es ist ein Selbstbewusstsein: Das ist das, woraus ich gemacht bin - und das ist schön!“ (Fro)