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07.12.2017

Tintoretto und der Ruhm

Spektakuläre großformatige Werke aus dem Frühwerk Tintorettos hat das Wallraf-Richartz Museum in Köln versammelt und zu einer großartigen Werkschau zusammengeführt. In der Wolfsburg führten Judith Graefe und Dr. Alexander Linke in Leben und Werk des venezianischen Malers ein, der kurz nach Tizian die Bühne der Handelsstadt betrat.

Sein künstlerisches Genie, dass sich bereits sehr früh zeigte, mit 20 Jahren hatte er eine eigene Künstlerwerkstatt mit Angestellten wie die großen Meister, hatte allerdings Probleme in Venedig seine Geltung zu finden, weil er sich unvorsichtigerweise mit Tizian anlegte, dessen Motive er zitierte, kopierte und teilweise verspottete. Er wollte zeigen, dass er es besser konnte, woraufhin Tizian, bestens vernetzt in Venedig, beim Vatikan und den Adelshäusern, stets dem Maler Veronese den Vorzug gab und ihn in Jurys protegierte, während er Großaufträge an Tintoretto hintertrieb.

Dieses Spiel lief über Jahrzehnte. Tintoretto unterbot daraufhin einfach die Preise und stattete ganze Gebäude einfach zum Materialpreis mit seinen Meisterwerken aus. So strotzt Venedig heute nur so mit Werken aller drei Maler, die aber in Kirchen und Palästen fest installiert sind, so dass eben nur das Frühwerk überhaupt „reisefähig“ ist, um in Museen gezeigt werden zu können. Doch auch das ist bereits so imposant, dass sich die Gruppe der Wolfsburg sehr begeistert zeigte. Und wie immer wurde klar: wer sich vorher über die Werke informiert hat, der sieht einfach mehr!

Am 10. Februar geht die nächste Kunst-Studienfahrt zur „Bestandsaufnahme Gurlitt“ in die Bundeskunsthalle Bonn. (Kei)