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Druckdatum: 16. Februar 2020 - 20:59 Uhr
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17.01.2020

DIE WOLFSBURG begrüßt Bundestagsbeschluss zur Organspende

Die katholische Akademie DIE WOLFSBURG hat den Beschluss des Bundestags zu einer moderaten Reform der Organspende begrüßt. „Aus christlicher Perspektive handelt es sich bei einer Organspende um einen freiwilligen Akt der Nächstenliebe“, sagte Akademiedirektorin Dr. Judith Wolf – selbst Mitglied im Rat für Gesundheit und Medizinethik, der sich intensiv mit dieser Frage beschäftigt hat – in Mülheim an der Ruhr, nach der Entscheidung des Bundestags am Donnerstag. Grundlage jeder Entscheidung für oder gegen eine Organspende sei das Recht des Menschen auf Selbstbestimmung.

Dem werde mit der nun beschlossenen erweiterten Zustimmungslösung Rechnung getragen, betonte Wolf. Es sei selbstverständlich geboten, dass sich jeder Mensch intensiv mit dem Thema auseinandersetze.

Die Abgeordneten des Bundestags hatten über zwei fraktionsübergreifende Gesetzentwürfe zur Verbesserung der Organspende abgestimmt. Die Mehrheit hatte sich für die sogenannte erweiterte Zustimmungslösung einer Abgeordnetengruppe um Annalena Baerbock (Grüne) und Katja Kipping (Linke) ausgesprochen. Nur wenn ein Spender zu Lebzeiten einer Entnahme ausdrücklich zustimmt, ist eine Organspende möglich. Zudem soll ein zentrales Online-Register angelegt werden, in dem jeder Bürger seine Entscheidung zur Organspende hinterlegt, aber auch jederzeit ändern kann.

Die sogenannte Widerspruchslösung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach hatte keine Mehrheit gefunden. Diese hätte vorgesehen, dass jeder Bürger automatisch Organspender ist – es sei denn, er hätte dem zuvor widersprochen.

Der Bischof des Bistums Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck, der Rat für Gesundheit und Medizinethik und die katholische Akademie Die Wolfsburg hatten bereits im April 2019 zur Neuregelung der Organspende Stellung bezogen. Das Thesenpapier können Sie unter folgendem Link www.die-wolfsburg.de/organspende nachlesen.

Ein Statement des Bischofs zur Entscheidung des Bundestags finden Sie hier. Den dazugehörigen Artikel hier.