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12.09.2018

Mein Film!

Wir Kinder des Ruhrgebiets – Großer Ruhrgebietsfilmabend in der Wolfsburg mit Dr. Nikolaus Schneider

Die Katholische Akademie Die Wolfsburg lud am Freitagabend im Projekt „Glückauf Zukunft – Aus Herkunft Zukunft leben“ zur Schau großer Filmklassiker des Ruhrgebiets und hatte mit Dr. Nikolaus Schneider, ehemaliger Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland, einen gebürtigen Duisburger und Menschen mit großer (Ruhrgebiets-)Biografie als Gesprächspartner zu Gast.

Manche Kinoklassiker bringen das Lebensgefühl einer bestimmten Zeit und Region auf den Punkt, konservieren den Augenblick für die Ewigkeit. Das ist im "Wunder von Bern" gelungen und ebenso in "Rote Erde", aber auch in den Schimanski-Tatort-Verfilmungen, wo in der Folge "Zahn um Zahn" sogar die Wolfsburg ein Drehort gewesen ist. Was zeigen uns diese Filme im Vergleich zwischen Damals und Heute und wie machen sie uns Mut für die Gestaltung des "Morgen" im Ruhrgebiet nach dem Ende der aktiven Steinkohlenförderung?

Im bereichernden Wechselspiel von Filmszenen und biographisch orientiertem Gespräch mit Dr. Schneider führten Akademiedozent Dr. Matthias Keidel und Projektreferent Martin Schröder im gut gefüllten Auditorium der Wolfsburg durch den Abend. Auf der Spur von zentralen, zukunftsorientierten Werten und Haltungen der Region kam Dr. Schneider auch auf grassierenden Rassismus und Verrohung des Miteinanders zu sprechen. In der Tradition des Ruhrgebiets appellierte er deutlich an die Kirchen: „Wir müssen Klartext reden, die Menschen brauchen Orientierung!“. Als Basis dieser Forderung sieht er eine grundsätzliche Christenhaltung, die auch Kerninhalt der gezeigten Filme ist. So biete der christliche Glaube, grade in einer von Umbruchs –und Transformationsprozessen geformten Region wie dem Ruhrgebiet, die Ermutigung an den Einzelnen angesichts von Veränderungen nicht zu resignieren oder Ängste zu entwickeln. Vielmehr gebe der Glaube an Tod und Auferstehung Christi den Menschen eine „Hoffnung wider aller Hoffnung“, um aus dem Glauben heraus das Leben mutig und positiv zu gestalten, betont Dr. Schneider. „Die daraus erwachsende, anpackende Solidarität der Menschen im Ruhrgebiet ist gemeinsames, zeitloses Erbe von Bergbau und Kirche im Ruhrgebiet und ermöglicht eine Grundhaltung, die es insbesondere bei wachsender gesellschaftlicher Diversität und neuen technologischen Herausforderungen mit Leben zu füllen gilt“, so beschreiben Dr. Keidel und Herr Schröder die Botschaft des Abends. (Sr)

Fotos: Sandra Weißenfels

Fotos: Sandra Weißenfels