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18.04.2018

Migration als Potenzial

Welches Potenzial bieten Migranten für die Entwicklung der Metropole Ruhr und wie können gezielte Initiativen dieses Potenzial fördern? Darum ging es am Mittwoch, 18. April, in der Wolfsburg. Rund 150 Tagungsteilnehmer verfolgten das von Akademiedirektor Dr. Michael Schlagheck moderierte Gespräch, zu dem die Wolfsburg und der Initiativkreis Ruhr gemeinsam eingeladen hatten.

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstand der RAG-Stiftung und Bildungsbeauftragte des Initiativkreises Ruhr, der Talentscout Suat Yilmaz und Jadranka Theil vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW, diskutierten intensiv über Probleme bei der Integration, aber auch über die Chancen der Zuwanderung.

Gemeinsam warben die Diskussionspartner dafür, bei der Diskussion um Migration das Positive in den Vordergrund zu stellen, statt das Thema mit einem defizitären Blick zu betrachten. Man müsse etwa Chancen einer Migrationsgeschichte wie Mehrsprachigkeit oder den großen Willen, Neues in Angriff zu nehmen und Hürden zu überwinden, stärker hervorheben, forderte Thiel.

Thiel stellte auch fest, dass viele Probleme die im Zusammenhang mit Migration diskutiert werden, eigentlich soziale Probleme der Gesamtgesellschaft sind. Hier gelte es, sachliche Diskussionen ohne Schuldzuweisungen an einzelne Gruppen zu führen. So könnten Mauern abgebaut werden. Diese Forderung unterstrich auch Bischof Overbeck, der appellierte, dass Christen den Auftrag hätten, integrierend zu wirken, um Ängste zu überwinden und einen guten Umgang miteinander zu fördern.

Um das Potenzial gerade junger Migrantinnen und Migranten zu fordern, gelte es, pragmatische Lösungen zu finden. Yilmaz etwa schlug ein deutschlandweites Schülerstipendienprogramm vor, um junge Menschen frühzeitig zu fördern. Denn gerade in der Schule fehle die Förderung, die aber für die Entwicklung von Potenzialen drinend erforderlich sei. Hier bemängelte Yilmaz vor allem die Konzentration auf Problemfälle. Während auffällige Schüler besonders betreut würden, blieben Toptalente ungefördert. Hier müsse ein Umdenken stattfinden, um auch deren Entwicklung zu fördern.

Das Podiumsgespräch zeigte, genau wie die anschließende Diskussion mit dem Publikum, dass es bereits gute Ansätze für Verbesserungen gibt. Gleichzeitig wurde auch deutlich, dass hier ein langer Atem und eine gesamtgesellschatliche Beteiligung unabdingbar sind, um Dinge langfristig zu verändern. (lk)

Ein ausführlicher Bericht folgt in Kürze.