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13.03.2018

„Sing Joy to the Lord“ - Klangwelten und Weltklänge beim NGL-Wochenende

„Das Seminar Neues Geistliches Lied ist genauer genommen gar nicht mehr so neu.“, stellte Dr. Matthias Keidel, verantwortlicher Seminarleiter und Dozent, zu Beginn prägnant fest. Seit mehr als zwanzig Jahren veranstaltet die Wolfsburg das Seminar aus gutem Grund: Singen verbindet, macht Freude und bleibt zeitlos. In offener und herzlicher Atmosphäre trafen sich vom 2. bis 4. März 100 motivierte Sängerinnen und Sänger aus ganz NRW, um einen Festgottesdienst der besonderen Art zu gestalten.

Mit der Einstellung „Gutes bewahren, aber Neues wagen“ wurde das Thema des Seminars, „Klangwelten und Weltklänge“, neu definiert. Der Chordirigent Carlos Reigadas leitete erstmals an der Wolfsburg das Chorwochenende und freute sich über die neue Herausforderung. Mit seiner positiven und motivierten Lebenseinstellung sensibilisierte er die Teilnehmer für den Gesang und die Möglichkeiten der Stimme. Inspiriert durch die neuen Einflüsse des Pop und Gospel in der Kirchenmusik, bereitete Reigadas schwungvolle und moderne Gesänge für das Wochenende vor. Zu den ausgewählten Stücken zählen unter anderem „Sing Joy to the Lord“, Give Glory to God“ und „Festival Sanctus“. Die anspruchsvollen Jazzrhythmen beim Lied „Lobe, den Herrn, den mächtigen König der Ehren“  forderten die volle Konzentration aller Teilnehmer.

„Der Sänger im Chor unterscheidet sich von der Gemeinde, indem er klar artikuliert und gleichbleibend stark singt.“, erklärte der Chorleiter bereits in der ersten Probe. Besondere Aufmerksamkeit widmete Reigadas der Stimmbildung. Zum Einsatz kamen ein Plastikschlauch und eine mit Wasser gefüllte Flasche. Mithilfe des kleinen Plastikschlauches wurde ein „U“ in verschiedenen Tonarten und Melodien in die Wasserflasche gesungen. Die sogenannte LAX VOX Methode wurde von der finnischen Logopädin Stephanie A. Kruse entwickelt. Diese spezielle Stimmbildungshilfe „weckt“ die Stimme und lockert den kompletten Stimmapparat.
Getragen wurde der Gesang durch die starke musikalische Unterstützung der Band. Unter den Profimusikern sprang Finn Keidel (15) spontan für den krank gewordenen Schlagzeuger ein. Der junge, begnadete Musiker sorgte für den richtigen Rhythmus und erntete reichlich Anerkennung unter den Seminarteilnehmern. Die glänzenden Solopassagen am Saxophon reicherten die Songs gewinnbringend an und die Sängerin Larissa Kotzwander konnte für weitere inspirierende, musikalische Momente sorgen. Erstklassige Unterstützung leistete auch Stefan Glaser, bischöflicher Beauftragter für Kirchenmusik im Bistum Essen, am Piano.

Mit dem richtigen Sound fand der Festgottesdienst erstmals in der Kirche St. Michael in Mülheim-Speldorf statt. Pastor Roland Sabel begrüßte die “flotten und frischen“ Klänge des Chores. Die gut besuchte Kirche und der lang anhaltende Applaus waren der Lohn für jede Sängerin und jeden Sänger, die den Funken der Begeisterung auch unter den Gottesdienstteilnehmern weckten.

Für das leibliche Wohl der Teilnehmer wurde das ganze Wochenende hinweg in der hauseigenen Küche gebacken, gekocht und angerichtet. Das fleißige Küchenteam wurde deshalb am Sonntagmittag mit einer eigenen Version von „Der Küche sei Dank“ unter der Melodie von „Give Glory to God“ besungen und belohnt. (Jenny Janßen)