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22.05.2018

Themenabend Ruhrgebiet - Der Steinkohlenbergbau im Film

In Kooperation mit CampusSegen, der Hochschulseelsorge im Bistum Essen, fand an der Ruhr-Universität Bochum im Projekt „Glückauf Zukunft – Aus Herkunft Zukunft leben“ der Katholischen Akademie Die Wolfsburg ein vielseitiger und aufschlussreicher Abend zum Erbe des Bergbaus und zur Zukunft des Ruhrgebiets statt.

Zahlreiche Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen und Heimatorte folgten der Einladung zu Gespräch und Filmvorführung von „Der lange Abschied von der Kohle“ der Filmemacher Werner Kubny und Petra Neukirchen. Kubny, der sich bereits in den Projekten "Abenteuer Ruhrpott" (2001) und "Was bleibt sind wir" (2010) intensiv mit Geschichte und Gegenwart des Ruhrgebiets beschäftigt hat, begleitete für diesen neuen WDR-Dokumentarfilm ab Herbst 2015 eine Reihe von Bergleuten der Zeche Auguste Viktoria in Marl auf dem Weg zur Schließung ihres Standorts. Er beobachtete sie an ihren Arbeitsplätzen, im Umgang mit aktuellster HighTech, die bald nur noch exportiert werden kann. Im Umgang miteinander, in der besonderen Atmosphäre aus Kameradschaft und Solidarität, die sie alle beschwören, und in ihrem persönlichen Umgang mit dem Gedanken an den Abschied. Dazu gehört auch die Welt über Tage, die gemeinsame Freizeit, die Welt aus Nachbarschaft und Hilfsbereitschaft, die auch mit dem Bergbau verbunden ist und oftmals nur noch als Erinnerung existiert.

Die Studierenden waren dabei insbesondere von der Zukunftsorientierung des Films beeindruckt: So bleibt der Film nicht beim langen Abschied von der Kohle stehen. Er geht auch an die Orte, in denen die Zukunft nach dem Bergbau schon längst begonnen hat. Er zeigt, welch vielfältiges und schwieriges Erbe die Kohle hinterlässt: "Ewigkeitsaufgaben" wie die Wasserhaltung, Chancen wie den Transfer und die Weiterentwicklung von Know-How im Nachbergbau, Herausforderungen bei der Neubelebung ehemaliger Zechenstandorte. Und natürlich die Industriekultur, in der sich die Erinnerung an die Vergangenheit und neue Möglichkeiten von Kultur und Freizeit treffen und die auf eine neue Art das Ruhrgebiet unverwechselbar machen soll.

„Hier wird deutlich, wie ein plurales Verständnis von Heimat und Identität, das besonders durch den multikulturellen Bergbau geprägt ist, auch im 21. Jahrhundert von Bedeutung ist für alle Generationen und dabei beispielgebende Strahlkraft auch über das Revier hinaus besitzt.“ resümierte Martin Schröder, Referent im Projekt „Glückauf Zukunft - aus Herkunft Zukunft leben“ in der Katholischen Akademie Die Wolfsburg. (Sr)