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05.07.2018

Von Fürst Leopold zum Herkules. Auf Extraschicht mit Glückauf Zukunft

Es war ein wahrer Sommernachtstraum. Als Acht-Stunden-Schicht der Superlative vereinte die ExtraSchicht in dieser lauen Juninacht Spielorte von außergewöhnlichem Reiz und Faszination: Ehemalige Zechen, Maschinenhallen, Hochöfen, Werksgelände und Gasometer waren randvoll gefüllt mit Kunst, Kultur, Theater und Musik, Führungen und Gesprächen.

Hier spürte die ExtraSchicht der Epoche der Steinkohlenförderung nach und schlug dabei mit der ihr eigenen Raffinesse einen Bogen zu Gegenwart und Zukunft der Metropole Ruhr. Besucher erlebten eine „Sinfonie für Zyklonauten“, wagten einen Tanz mit Püttrologen, begegneten echten Grubenhelden, Schrebergärtnern und schrägen Freien Vögeln. Insgesamt 30.000 Teilnehmende, darunter 50 im Projekt „Glückauf Zukunft – Aus Herkunft Zukunft leben“ an der Katholischen Akademie Die Wolfsburg waren mit dabei und erkundeten das Erbe des Bergbaus und die sich schon zeigende, vielfältige Zukunft des Ruhrgebiets.

Aufgeteilt in zwei Gruppen führte der Abend durch das KreativQuartier Dinslaken-Lohberg, die Zeche Fürst Leopold in Dorsten, Zeche Ewald in Herten, Zeche Zollverein in Essen und den MüGa-Park in Mülheim mit einem berauschenden Abschlussfeuerwerk, das den klaren Nachthimmel in ein buntes Lichtermeer verwandelte. Jedes Zechengelände hatte seinen eigenen Charme, der durch die Kombination der oft noch im Original erhaltenen Räumlichkeiten zusammen mit musikalischen Darbietungen und künstlerischen Werken zum Ausdruck kam. Durch aufwendige Illuminationen und Beleuchtungen der Zechenwerke samt ausgefeilter Lasershows kamen die Kulissen auf ganz besondere Weise zur Geltung.

Der sich anschließende Sonntag stand ebenso im Zeichen der Kultur im Ruhrgebiet. Gabriele Wilpers, renommierte und international agierende Künstlerin mit tiefer Verankerung im Ruhrgebiet führte durch ihre Werke in der Ausstellung „Auf Kohle“ in der Katholischen Akademie Die Wolfsburg, in denen sie auf einzigartige und komplexe Weise den Bergbau und den christlichen Glauben zusammenbringt. Mit Christine Giesen, Kunstexpertin aus Madrid sowie Regina Schumachers, Meisterschülerin von Markus Lüpertz, ging es anschließend durch den Gelsenkirchener Nordsternpark mit seinem Wahrzeichen, dem „Herkules“ von Lüpertz auf dem Nordsternturm sowie zu ihrer Vernissage der Ausstellung „Zeitenlauf“ in der Waschkaue von Zeche Fürst Leopold. Hier stellen 19 Künstlerinnen und Künstler der Gruppe „Breitengrad“ aus 8 Nationen ihre faszinierenden Werke und Installationen zur Frage „Was kommt nach der Kohle?“ aus und standen den Teilnehmenden für einzigartige persönliche Gespräche über ihre Werke zur Verfügung.

Kulturell geht das Projekt „Glückauf Zukunft – Aus Herkunft Zukunft leben“ nach der Sommerpause im September weiter. Am 07. September um 19:00 Uhr ist Dr. Nikolaus Schneider, Kind des Ruhrgebiets und ehemaliger Präses der EKD in der Wolfsburg zu Gast und spricht mit Dr. Matthias Keidel und Martin Schröder anhand von großen Kinoklassikern des Ruhrgebiets über das spezifische Lebensgefühl im Revier. Am 09. September findet um 15:00 Uhr die Eröffnung der nächsten Ausstellung in der Wolfsburg statt. Unter dem Titel „Kulturerbe Kohle Revisited“ haben Jugendliche ihren Blick auf das Ruhrgebiet durch die Fotolinse festgehalten. Industriekultur im frisch-frechen Zugriff neu inszeniert.

Für beide Veranstaltungen kann man sich bereits anmelden! (Sr)